Die Vernetzung im Schweizer Gesundheitswesen schreitet voran #eHealth

Mit der Beteiligung von Galenica verfügt Well ab sofort direkten Zugang zu über 500 Apotheken mit strategisch hochinteressanten Aussichten für die Einbindung in die Gesundheitsplattform. Ein Beitrag von David Morant, Carpathia AG.
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David Morant

Die Well-App wird zu enormen Vereinfachungen der Abläufe und Qualitätsverbesserungen führen u.a. bei der Konsultation von Ärzten und Telemedizinern, dem Medikamentenbezug online und offline sowie der Abrechnung mit den Krankenversicherungen.

David Morant
Senior Digital Business Consultant und Inhaber Carpathia AG

Zur Ausgangslage:

  • Well ist die bislang einzige aktive (live seit neun Monaten) appbasierte Gesundheitsplattform der Schweiz, die Leistungserbringer und Versicherer des Gesundheitswesens miteinander verknüpft mit der Vision, den digitalen Starting Point für die Gesundheit zu werden. Die Well Gesundheit AG wurde von den vier Unternehmen CSS, Medi24, Visana und Zur Rose Groupgegründet.
  • Galenica ist ein führender integrierter Gesundheitsdienstleister mit Medikamenten-Grosshandel und grösste Apothekenbetreiberin der Schweiz (500+) mit den Marken Amavita, Sun Store und Coop Vitality.

Mit der Beteiligung von Galenica verfügt Well ab sofort direkten Zugang zu über 500 Apothekenmit strategisch hochinteressanten Aussichten für die Einbindung in die Gesundheitsplattform. Die Integration der stationären Apothekenketten mit schweizweiter Abdeckung wird ein Meilenstein auf dem Weg zum führenden E-Health Ökosystem.

Die Vision ist ein auf der Well App zentral gespeichertes persönliches Patientendossier mit medizinischen Dokumenten, E-Rezepten und Versicherteninformationen, das je nach Bedarf den verschiedenen Leistungserbringern zugänglich gemacht wird. Bestimmt wird dies selbstverständlich von den Nutzern und Nutzerinnen selbst. Dies wird zu enormen Vereinfachungen der Abläufe und Qualitätsverbesserungen führen u.a. bei der Konsultation von Ärzten und Telemedizinern, dem Medikamentenbezug online und offline sowie der Abrechnung mit den Krankenversicherungen.

Damit diese vielversprechenden Voraussetzungen für ein besseres Gesundheitswesen erst geschaffen werden konnten, hat es einiger geschickter Schachzüge der Unternehmen bedurft. Denn die Zur Rose Group hätte die Gesundheitsplattform wohl am liebsten um ihren bestehenden Zur Rose Onlineshop aufgebaut, ähnlich wie dies das Unternehmen in Europa unter der Marke DocMorris anstrebt.

In einem derartigen Setting mit Zur Rose an alleiniger Spitze wäre es jedoch schwierig geworden, dritte Leistungserbringer, wie Apotheken und Ärzte, von einer Anbindung zu überzeugen. Diese stehen nämlich nicht selten im direkten Wettbewerb mit der Frauenfelder Versandapotheken und die Gefahr hätte bestanden, mittelfristig zum abhängigen Zulieferer zu verkommen. Der Apothekerverband PharmaSuisse kämpft immer wieder mit harten Bandagen und Klagen gegen das Geschäftsmodell von Zur Rose.

Mit der Gründung der Well Gesundheit AG wurde die Entscheidungsmacht verteilt und die Unabhängigkeit der Plattform verbessert und damit die Attraktivität für Dritte erhöht. Und nun hat Galenica die Chance gepackt und gestaltet als neue Aktionärin den weiteren Verlauf der Plattform aktiv mit. Interessant wird sein, wer den Vertrieb der über die App bestellten Medikamente übernimmt, die Zur Rose Group oder Galenica. Plötzlich sitzen die beiden im gleichen Boot.

Nicht zuletzt ist die neue Kooperation eine deutliche Ansage in Richtung der zweiten, sich noch in Entwicklung befindenden Gesundheitsplattform Compassana, die von medbase, Hirslanden, Groupe Mutuel, Helsana und SWICA getragen wird. Ob uns da ein spannender Zweikampf bevorsteht, ähnlich, wie wir dies bei den Bezahllösungen Paymit und Twint erlebt haben?

Zum Blog-Beitrag von David Morant von Carpathia AG

Ein Beitrag von Well-Redaktion

Vom 20.06.2022

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